Frank Cottrell Boyce: Der unvergessene Mantel

Julie kommt als erwachsene Frau zurück in ihr altes Schulhaus, das nächstens abgerissen werden soll. Erinnerungen kommen hoch, als Julie unter den Fundsachen den Mantel von Dschingis entdeckt und in dessen Tasche alte Polaroid-Aufnahmen. Es war ein heisser Sommertag damals, als Julie auf dem Pausenhof die beiden fremden Jungen in den langen Fellmänteln zum ersten Mal sah. Die beiden kamen aus der Mongolei und Julie sollte sich ein bisschen um sie kümmern. Weder Dschingis noch sein kleiner Bruder hatte eine Ahnung davon, wie der Schulalltag in England abläuft. Sie wussten nicht einmal, wie man Fussball spielt. Julie hatte also recht viel zu erklären. Sie profitierte aber genauso von den beiden. So erfuhr sie, wie man Adler zähmt, sie lernte, dass in der Mongolei Riesenblumenbäume wachsen und wie man Dämone austrickst. Aber dann waren die beiden Brüder plötzlich nicht mehr da. Sie wurden abgeholt und zurückgeschickt in eine sehr ungewisse Zukunft.  Ganz am Schluss des Buches können Lesende aufatmen. Dank Internet gelingt es der erwachsenen Julie, Kontakt zu Dschingis und seinem Bruder aufzunehmen. Frank Cottrell  Boyce hat eine bewegende Geschichte über das Schicksal von zwei Flüchtlingskindern geschrieben. Die authentische Geschichte besticht nicht nur durch die Schönheit der Sprache, sondern auch durch die vielen Fotos und Illustrationen, durch das spezielle Layout und die aussergewöhnliche Aufmachung. Ein besonderes Buch für besondere Kinder ab etwa 10 Jahren und Erwachsene.

Rezension: Maria Riss

Frank Cottrell Boyce: Der unvergessene Mantel. Carlsen, 2012.

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