Buch des Monats September 2019

«Eines Tages fand ich einen Drachen…» So beginnt dieses wunderbar spezielle Bilderbuch. Drachen können ein Haus in Brand setzen, deshalb holt sich der Junge per Brief guten Rat bei der Feuerwehr. Bald hat der Drache Hunger, auch hier fragt der Junge auf postalischem Weg einen Fachmann. Nach einer Beschwerde durch einen Rechtsanwalt (die Nachbarn beklagen sich über den Lärm und Gestank) erhält der Junge, natürlich per Post, den Tipp, mit dem Drachen regelmässig Ausflüge zu machen. Aber als Haustier eignet sich dieser Drache wirklich nur bedingt. Seine beste Freundin schickt ihm deshalb einen Brief und fordert ihn auf, den Drachen in die Freiheit zu entlassen. Und so trennen sich der Junge und der Drache, schweren Herzens allerdings. Zum Glück steckt schon bald wieder eine Nachricht für den Jungen im Briefkasten: Es ist eine wunderschöne Karte aus dem Land der Drachen, mit Drachenunterschrift.

Dieses Bilderbuch besticht in vielerlei Hinsicht: Da sind die farbenfrohen, stimmungsvollen Bilder, die perfekt passende Typographie und eine spannende, gut verständliche und leicht verrückte Geschichte. Es sind aber vor allem diese echten Briefe, die man aus dem Umschlag klauben und lesen kann. Spannender kann eine Erzählstunde gar nicht sein! Dieses Bilderbuch wird Gross und Klein faszinieren und vielleicht auch dazu beitragen, dass Kinder verstehen, wie wichtig und hilfreich es sein kann, wenn man im Leben lesen und schreiben kann. Für Kinder ab 4 Jahren.

Emma Yarlett: Drachenpost. Thienemann 2019. ISBN: 978-3-522-45896-2

Rezension: Maria Riss

Judith Kleinschmidt: Sofabanditen oder die verrückte Befreiung der Hühner

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