Barbara Cantini: Mortina. Das grosse Verschwinden

Mortina ist im Grunde ein ganz normales Mädchen. Nur etwas unterscheidet sie: Mortina ist ein Zombiemädchen, leichenblass und mit leicht graugrünem Schimmer. Sie wohnt mit ihrer Tante in einem riesigen Schloss mit einem Labyrinth von Gängen, knarzenden Dielen und vielen Geistern, mit denen man spielen kann. Heute kommt Cousin Dilbelt zu Besuch, ein unmöglicher, langweiliger Kerl. Aber er hält eine Einladung von Mortinas Tante in Händen und Mortina muss ihn reinlassen. In kurzen Abständen klingelt es immer wieder. Mortinas ganze Freundesschar kommt zu Besuch, sie alle wurden eingeladen, einzig Mortina selber wusste davon rein gar nichts. Die Kinder kommen allerdings genau richtig. Mortinas Tante ist nämlich plötzlich spurlos verschwunden, da ist Hilfe bei der Suche überaus willkommen. Natürlich gestalten sich diese Nachforschungen im verwinkelten Schloss nicht eben einfach, aber zu guter Letzt kommt doch alles gut und Mortina begreift endlich, weshalb die vielen Kinder eingeladen wurden. Dies bleibt hier allerdings noch geheim.
Was dieses Bändchen so besonders macht, sind die grossartigen Illustrationen. Sie sind voller Details, gespickt mit kleinen Zetteln, die auf Besonderheiten Hinweisen und Kommentaren, die einen beim Lesen zum Lachen bringen. So viel Phantasie und Zeichenkunst auf gerade mal 46 Seiten, das ist kaum zu überbieten. Die italienische Künstlerin und Autorin Barbara Cantini arbeitet zugleich als Zeichnerin von Animationsfilmen und wurde für Ihr Schaffen mehrfach ausgezeichnet. Mortinas Geschichten (es sind bereits zwei Bände erschienen) sind sehr gut geeignet als kleine Vorlesehäppchen oder auch zum Selberlesen für Kinder, die das Lesen gerade am Lernen sind.

Barbara Cantini: Mortina. Das grosse Verschwinden. Aus dem Italienischen von Knut Krüger dtv 2020. ISBN: 978-3-423-76273-1

Die weiteren Bände über das Zombiemädchen:
«Mortina, ein Mädchen voller Überraschungen» und «Mortina, wer klopft an die Tür? »

Rezension: Maria Riss

Anke Loose/Ariane Camus: Der kleine Herr Heimlich hat Grosses vor

link to article
Zurück zur Übersicht