Buch des Monats November 2026

Andrée Poulin / Sophie Casson: Noch mal sehen wir nicht weg
Es ist ein kleiner Hund, der in diesem Bilderbuch die Geschichte seines Grossvaters erzählt: Grossvater war ein wohlhabender Mann, er lebte glücklich und zufrieden in einem schönen Haus am See. Das Zusammenleben der Tiere in der nahen Stadt war überaus friedvoll. Aber dann wurden dort von einem Tag auf den andern die roten Füchse von den Kaltschnauzen schlecht gemacht und verfolgt. Grossvater hat geschwiegen, er war ja kein roter Fuchs. Auch als die Wölfe verfolgt und in Lager gesperrt wurden, hat Grossvater geschwiegen, er war ja kein Wolf. Genauso schwieg er, als die Wüstenfüchse ins Visier der Kaltschnauzen gerieten. Als schliesslich die Hunde verfolgt wurden, holten sie auch Grossvater ab und es gab niemanden mehr, der dagegen protestierte. Das ist eine schreckliche Geschichte meint der kleine Hund am Grab seines Grossvaters. Aber es gibt Hoffnung, führt der kleine Hund weiter aus: Die Hoffnung liegt bei einem selbst und darin, dass alle achtsam sind, dass alle zusammenstehen und sich gegen Unrecht und Verfolgung wehren.
Dem vorliegenden Buch liegt das bekannte Gedicht des Theologen Martin Niemöller «Habe ich geschwiegen» zu Grunde. Die Geschichte ist ergreifend und bringt nicht nur Kinder zum Nachdenken. Die Bilder sind genauso kraftvoll und klar wie die Botschaft, sich für Minderheiten zu wehren, nicht wegzuschauen und zusammenzuhalten. Die Geschichte berührt, geht unter die Haut und ist überaus aktuell. Ein Lehrstück darüber, was passieren kann, wenn totalitäre Regime an die Macht drängen. Dies alles ist in einer einfachen, dafür umso eindringlicheren Sprache verfasst und eignet sich für Kinder ab etwa 8 Jahren. 48 Seiten.

Andrée Poulin / Sophie Casson: Noch mal sehen wir nicht weg. Aus dem Französischen von Klaus Cäsar Zehrer. Klett Kinderbuch 2026. ISBN: 978-3-95470-335-7

Rezension:

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