Mida – Pflegedokumentation über einen interaktiven KI-gestützten Assistenten

Mida nimmt gesprochene Pflegeberichte entgegen und schlägt daraus strukturierte Einträge für die Pflegedokumentation vor. Pflegekräfte prüfen und bestätigen jede Zuordnung, bevor etwas übernommen wird.

Mida Logo und Markenzeichen
Der Prototyp Mida als mehrsprachiger Dokumentationsassistent für die Langzeitpflege

Ausgangslage

Die Pflegedokumentation in Langzeitpflegeeinrichtungen ist geprägt von Zeitdruck, fragmentierten Werkzeugen und strengen Qualitätsanforderungen. Pflegekräfte dokumentieren oft erst am Schichtende und müssen Beobachtungen aus dem Gedächtnis rekonstruieren. In der Schweiz werden Bewohnerinnen und Bewohner regelmässig mit interRAI erfasst. Das ist ein internationaler Standard für strukturierte Pflegeassessments. Die Schweizer Variante heisst interRAI LTCF CH und verlangt fein abgestufte Bewertungen zu Alltag, Mobilität, Kontinenz und weiteren Bereichen. Ein Bewohnerfall kann dabei ein bis drei Stunden Formulararbeit beanspruchen. Zusätzlich müssen viele Berichte aus dem Schweizerdeutschen ins Standarddeutsche überführt werden. Das verlängert den Prozess und erhöht die Unsicherheit bei der Formulierung.

Zielsetzung

Ziel der Arbeit ist die Entwicklung und Evaluation eines funktionsfähigen Prototyps. Mida soll mehrsprachige Spracheingabe in strukturierte deutsche Dokumentationsvorschläge überführen, die zum interRAI-Formular passen. Die Pflegekraft behält dabei stets die Verantwortung für Prüfung und Freigabe. Mida ist als eigenständiges Werkzeug konzipiert. Eine spätere Anbindung an bestehende Pflegesysteme ist wünschenswert, aber nicht Gegenstand der Kernimplementierung.

Ergebnisse

Im Rahmen der Arbeit entstand ein lauffähiger Webprototyp mit React-Frontend und FastAPI-Backend. Die Pipeline umfasst Transkription, Vorschläge für strukturierte Formularfelder, manuelles Review sowie Export der bestätigten Einträge.

Mida ist kein produktionsreifes Pflegeinformationssystem, sondern ein wissenschaftlich dokumentierter Prototyp mit nachvollziehbarer Architektur und begründeten Technologieentscheidungen. Die Resultate zeigen Potenzial für Zeitersparnis, machen aber auch klar, dass fachliche Kontrolle unverzichtbar bleibt.

Team

Berfan Korkmaz
Janik Henz

Fachbetreuer
Anton Fedosov
Manuel Riedi