Abbildung 1 - Sprint Planning 2 Board Co-located und Remote
Ortsunabhängige aktive Teilnahme an Sprint Planning 2 Meetings mit mehreren Endgeräten.
Agile, Scrum, Sprint Planning 2, Collaboration, Wallscreen, Smartphone, Cross Device Interaction, Angular, Ionic, Python, REST, Socket.IO, Websocket, JIRA, UI/UX Design
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu beantworten, wie mehrere Personen am Sprint Planning 2 Meeting, mit Hilfe eines digitalen Boards, aktiv teilnehmen können. Jede Person soll zu Diskussionen beitragen und selbständig Informationen auf dem gemeinsamen Board erfassen können. Die Teilnehmenden können sich dabei im selben Raum oder verteilt an verschiedenen Standorten befinden. Dazu soll der Einsatz geeigneter Eingabegeräte in Verbindung mit einem extra-grossen touchfähigen Monitor (Wallscreen) untersucht werden. Durch die Beschränkung, dass jeweils nur eine Person mit dem Wallscreen interagieren kann und Remote-Teilnehmer diesen nicht sehen können, muss ein Konzept erarbeitet und implementiert werden, um allen Personen die gleichberechtigte Teilnahme zu ermöglichen.
Viele zurzeit eingesetzte digitale Hilfsmittel zur Durchführung des in Scrum vorgesehen Sprint Planning 2 Meetings können den Anforderungen an das gemeinsame, standortunabhängige Arbeiten nicht gerecht werden. Oftmals fehlt eine Informationsbasis, die von allen gleichzeitig aktiv bewirtschaftet werden kann. Diesem Umstand will die aWall, ein laufendes Forschungsprojekt des Instituts für Mobile und Verteilte Systeme (IMVS) der FHNW, Rechnung tragen. Die Plattform ist als Web-Applikation konzipiert, die per Touch-Steuerung auf einem grossen Wallscreen und auf herkömmlichen Computern bedient werden kann.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Analyse sind, dass für die gemeinschaftliche Erfassung von Aufgaben, nebst einem Wallscreen, weitere Endgeräte unterstützt werden müssen. Dabei hat sich gezeigt, dass Smartphones als Eingabegeräte ein probates Mittel sind. Aus diesem Grund wurde für das SP2-Board, nebst dem Desktop Client (siehe Abbildung 2, links), auch eine Mobile App (Abbildung 2, rechts) entwickelt.
Bei einem Co-located Team (Abbildung 1, links) ermöglichen Smartphones als Eingabegeräte jedem Teilnehmenden das simultane Erfassen von Aufgaben. Der Wallscreen fungiert gemäss dem Konzept von «Cross Device Interaction» als Ausgabe- bzw. Übersichtsgerät. Er wird zu einem Fokuspunkt, über welchen Diskussionen angestossen werden, was wiederum dazu führt, dass sich die Teilnehmenden von ihren eigenen Geräten lösen. Da Remote-Teilnehmenden dieses Übersichtsgerät nicht zur Verfügung steht, ist für sie der Desktop Client an einem PC / Notebook das geeignete Mittel zur Teilnahme (Abbildung 1, rechts). Um die gemeinsame Informationsbasis zu gewährleisten, werden zwischen Desktop Clients und Mobile Apps alle Manipulationen an der Benutzeroberfläche (GUI-Elemente) und am Datenstamm über Websockets bzw. Socket.IO synchronisiert.
Abbildung 2 – Desktop Client (links) und Mobile App (rechts)
Auf dem Desktop Client lassen sich die Taskkarten mittels Drag&Drop Interaktionen verschieben. Ähnlich dem Umgang mit einem analogen Whiteboard und Haftnotizen. Sowohl der Desktop Client als auch die Mobile App unterstützen die Grundoperationen (CRUD) auf Issues sowie das Ändern der Reihenfolge. Im Desktop Client kann zusätzlich das Product Backlog verwaltet werden. Eine für Smartphones prädestinierte Funktion ist das Schiessen von Fotos. Daher können in der Mobile App auch Bilder, von bspw. analog erstellten Skizzen, direkt an Issues angehängt werden. Mit der Ablage all dieser Daten in Jira, entsteht so ein «Single Point of Truth».
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